STILL FACE / Aufmerksamkeit

Ganz gleich welche Nachrichten mich aus der Welt immer wieder erschrecken hab ich mich schon immer gefragt, was denn wohl in einem Menschen falsch läuft oder oder anders – was in ihm nicht läuft, dass er überhaupt in der Lage ist so etwas zu tun. Ebenso wie Menschen  – auf der ganzen Welt –  in der Lage sind – einem anderen anzutun.

Ich hab tatsächlich annähernd eine Antwort bekommen – beim Hirschhausen-Check….

Es ging um den „STILL-FACE-Experiement“ und der Bedeutung von Vertrauen, Zuwendung und Aufmerksamkeit.

Schon eine ganz einfache Versuchsanordnung kann aufzeigen, wie sich der Verlust von Aufmerksamkeit auf Kleinkinder auswirkt.

 

Es läuft so;

die Mütter tauschen das Lieblingsspielzeug vom Kind  gegen ihr Handy

Es wurde von Entwicklungspsychologen genutzt, um zu zeigen, wie bedeutsam Reaktionen und die Zuwendung der Mutter oder einer Bezugsperson ist.

Bleibt die Reaktion der Mutter aus – wenn man z.B. länger abgelenkt ist ( durch was auch immer) oder auch bei Depression – gerät das Kind unter Stress.

Letztendlich verkümmern beim Heranwachsenden die Fähigkeit sich auf sein Gegenüber einzulassen. 

Dieser Mangel an Zuwendung wirkt sich stark auf die kognitive* Entwicklung des Kindes aus.

Dies gilt schon lange nicht mehr nur für Kinder, die z.B. in Waisenhäusern aufgewachsen sind. Ich kenne von meiner Mutter noch den Begriff der „Wohlstandsverwahrlosung“ was meint materielleGeschenke statt persönliche Aufmerksamkeit. Es geht um Kinder, die entweder keine individuelle oder nur wenig liebevolle feinfühlige Zuwendung bekommen haben und auch nicht die Möglichkeit hatten sich an eine Person zu binden.

Je länger und öfter Kinder in diesem Zustand waren, umso nachhaltiger war die Schädigung,  die man im Gehirn sehen kann und sich somit auf die gesamte Entwicklung , die kognitive* – doch vor allem die soziale und  emotionale Entwicklung auswirkt.

Laut Dr. Hirschhausen hat es in Deutschland jedes 5. Kind unnötig schwer im Leben. Unabhängig von der Geburt, ist bis zur Einschulung soviel gut oder schief gelaufen, dass dieser Unterschied zwischen gut geförderten und den vernachlässigten Kindern ein Leben lang nicht mehr aufzuholen ist.

nachzuschauen unter  http://www.ardmediathek.de/tv/Hirschhausens-Check-up/Hirschhausens-Check-up-3-Wie-der-Star/Das-Erste/Video?bcastId=43341544&documentId=43686164

Alter Schwede –  und hier in Deutschland bekommt eine Mutter, die in den ersten Jahren ZU HAUSE bleibt und die Aufgabe als Mutter ernst nimmt, nicht gerade „den Zuspruch“ und steht  finanziell auf lange Sicht auch nicht gerade gut da.

Erziehungsmodelle sehen z.B. in den Niederlanden – also fast um die Ecke – schon ganz anders aus – also es GEHT …

 

 

* ERKLÄRUNG  kognitiv bedeutet;  das Wahrnehmen oder das Erkennen betreffend. Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zählen die Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Erinnerung, Lernen, Problemlöser, Kreativität, Planen, Orientierung, Vorstellungskraft, Argumentation, Wille, und einiges mehr. Auch Emotionen haben einen wesentlichen kognitiven Anteil.

 

BILD: Das Experiment „Still-Face“ zeigt, wie Babys reagieren,

wenn sie es nicht schaffen mit der Mutter zu kommunizieren 

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