Blog / Blog

Setze das Verstehen-wollen nicht vor das Beobachten.

Warum innerer Frieden nicht durch Erklärungen entsteht – sondern durch Hinschauen

Es gibt einen Satz, der mich in letzter Zeit tief berührt und begleitet:

„Setze das Verstehen nicht vor das Beobachten“

Das klingt so einfach und ist doch so herausfordernd.

Denn wir Menschen tun zu oft genau das Gegenteil.


Wenn wir Erklärungen suchen, um uns zu beruhigen

In schwierigen Momenten suchen wir fast automatisch nach Antworten:

„Warum passiert mir das?“
„Wann wird es besser?“
„Was muss ich tun, damit wieder alles gut wird?“

Diese Fragen sind menschlich.
Aber oft dienen sie nicht dem echten Verstehen.

Sie dienen vor allem einem Zweck:
👉 Wir wollen unser Unwohlsein loswerden.

Wir wollen die Angst, die Traurigkeit, die Unsicherheit schnell „wegmachen“.
Mit Gedanken. Mit Plänen. Mit Hoffnungssätzen wie:
„Wird schon wieder.“
„Alles hat seinen Sinn.“
„Das geht vorbei.“

Manchmal stimmt das.
Aber manchmal überdecken diese Sätze nur das, was eigentlich gefühlt werden will.


Innehalten, wenn es weh tut

Was wäre, wenn wir stattdessen einen Moment innehalten?

Nicht analysieren.
Nicht bewerten.
Nicht reparieren.

Sondern einfach schauen:

Was ist gerade wirklich da?

Traurigkeit?
Erschöpfung?
Wut?
Enttäuschung?
Angst?

Wenn wir unser Unbehagen ruhig beobachten, passiert etwas Erstaunliches:

  • Unser Blick wird weiter.
  • Wir fühlen uns weniger gefangen.
  • Wir entdecken selbst im Verlust Momente von Verbundenheit und Frieden.

Nicht, weil das Problem verschwindet.
Sondern weil wir ihm nicht mehr davonlaufen.

Klingt komisch – ist aber so


Leiden ist kein Fehler

Ein wichtiger Gedanke für mich:

Leiden gehört zum Menschsein.

Egal wie erfolgreich, spirituell, reflektiert oder „stark“ jemand ist –
jeder Mensch erlebt Schmerz.

Das ist kein Zeichen von Schwäche.
Kein Versagen.
Kein persönlicher Makel.

Es ist Teil des Lebens.

Wenn wir aufhören, unsere Gefühle zu bewerten –
„Ich darf z.B. nicht traurig sein.“
„Das ist falsch.“
„Ich sollte weiter sein.“ –
entsteht oft ganz von selbst Klarheit.

Nicht durch Denken – sondern durch Dasein.


Wenn Schmerz leichter wird

Manchmal geschieht dann etwas Wunderschönes:

Der Schmerz wird nicht unbedingt kleiner.
Aber er wird weicher.

Er verwandelt sich in:

  • Verständnis
  • Ruhe
  • Mitgefühl
  • manchmal sogar in Lachen

Nicht, weil alles perfekt ist.
Sondern weil wir uns selbst nicht mehr bekämpfen.


Frieden mitten im Chaos

Viele von uns glauben:

👉 „Ich bin erst ruhig, wenn das Problem weg ist.“

Doch genau das erzeugt Druck.

Denn manche Probleme bleiben länger.
Manche verändern sich.
Manche kommen immer wieder.

Die eigentliche Herausforderung ist:

Zufriedenheit oder Frieden zu finden, auch wenn das Problem noch da ist.

Du musst dein Leben nicht erst reparieren, um dich gut fühlen zu dürfen.
Du darfst jetzt durchatmen.
Mitten im Unfertigen.


Der innere Krieg und die Welt da draußen

Vielleicht gilt das nicht nur für uns selbst, sondern auch für die Welt.

Manche großen Probleme – wie Konflikte, Ungerechtigkeit oder Kriege – bestehen weiter, weil viele Menschen ihren inneren Krieg nicht anschauen.

Verletzte Menschen verletzen.
Gestresste Menschen erzeugen Stress.
Friedliche Menschen schaffen Frieden.

Alles beginnt innen.


Die Pizza-Metapher des Lebens 🍕

Ein Freund von mir erklärte es so:

Du hast eine Pizza.
Du isst gerade ein Stück.

Genieß dieses Stück.

Sorge dich nicht um den Rest.
Nicht um morgen.
Nicht um alles, was noch kommen könnte.

Sei hier. Jetzt.


Kleine Siege feiern

Feier dich selbst

Für:

  • Mut
  • Ehrlichkeit
  • Pausen
  • kleine Schritte
  • Durchhaltevermögen

Freundlichkeit mit dir selbst ist keine Schwäche.
Sie ist Stärke.


Die entscheidende Frage

Die vielleicht wichtigste Frage lautet:

Können manche Dinge da sein, ohne dass ich sie sofort lösen muss, um Zufriedenheit zu fühlen?

Meine Erfahrung: Ja.

Vielleicht löst du dein Thema nicht bis morgen.
Aber du kannst heute ruhig atmen.

Heute.


In einem Satz

Nicht weglaufen vor schwierigen Gefühlen.
Hinschauen.
Da bleiben.
Und daraus wächst innerer Frieden.


Wenn dich dieser Impuls berührt oder du Fragen hast, freue ich mich sehr, von dir zu hören — schreib mir einfach. Jeder Gedanke wertvoll, jede Begegnung ein Geschenk. 💛

Author

mail@utewulfert.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

DAHINTER

21. Januar 2026

X